Über Wörki

Gaming, Community, Technik – und ziemlich viele Umwege dazwischen

Gaming war für mich nie nur das Spiel auf dem Bildschirm. Mich haben schon früh die Menschen, das Miteinander in der Community und irgendwann auch die Technik dahinter interessiert. Aus Support und Moderation wurden eigene Plattformen, aus Gaming wurden Streams – und aus „ich probiere das mal“ mit der Zeit ziemlich viele eigene Projekte.

Herkunft
Duisburg, NRW
Gaming
Simulation, Racing, Koop, Horror und Story-Games
Streaming
YouTube und Twitch
Projekte
Community-, Web- und Softwareprojekte

Kapitel 01 · Die ersten Rechner

Vom C64 bis zur freien Internetzeit

Mein erster Kontakt mit Computern war gegen Ende der 90er ein Commodore 64. Zugegeben: Das Ding überlebte nicht besonders lange. Beim „Supermarkt spielen“ im Kinderzimmer steckte ich einen 10-Mark-Schein als Spielgeld ins Diskettenlaufwerk und schaltete den Rechner ein, um die Echtheit zu prüfen. Das Laufwerk nahm seinen Job etwas zu ernst, zog den Schein ein und zerschredderte ihn. Damit war meine erste große Computerkarriere erst einmal beendet. 😄

Anfang der 2000er folgte mein erster richtiger PC: Pentium 1, sagenhafte 120 MHz, zunächst Windows 95 und später Windows 98 SE. Die Siedler II – Veni, Vidi, Vici wurde mein erstes richtiges Computerspiel. Der Rechner bescherte mir allerdings regelmäßig Bluescreens, kaputte RAM-Riegel, Festplattenprobleme und Neuinstallationen. Spielstände hatten bei mir damals ungefähr die Lebenserwartung einer Eintagsfliege – aber genau da blieb das Zocken hängen.

Der Informatikunterricht – und meine Freizeit im Unterricht

Im Informatikunterricht stand ich zu Schulzeiten praktisch immer auf 1. Mit den Aufgaben war ich fast immer deutlich früher fertig als vorgesehen und danach war die Standardaussage des Lehrers irgendwann sinngemäß: „Geh’ ins Internet und mach’, was dir Spaß macht.“

Und so kam es dazu, dass ich mich während der Unterrichtszeit bei Knuddels registrierte und dort sehr häufig einen Teil der Stunde verbrachte, während meine Klassenkameraden oft noch mit der eigentlichen Aufgabe zugange waren. Damals spielte ich dort vor allem Mafia – das ursprüngliche, rein textbasierte Spiel. Mafia 2 kam erst deutlich später hinzu.

Kapitel 02 · Community von Anfang an

Knuddels: viel mehr als nur Chatten

Für mich war Knuddels damals DIE große Chat-Community in Deutschland. Rückblickend wirkt das fast wie eine andere Internet-Ära: ein in sich geschlossenes Chatsystem mit Themenkanälen, Spielen, eigenen Teams und einer Community, in der ich viele Menschen über Jahre kannte. Heute bieten Dienste wie TeamSpeak oder Discord ganz andere Möglichkeiten – damals war Knuddels für mich aber ein ziemlich besonderer Ort.

16.11.2009–12.04.2010

Help 4 You-Team

Im Help 4 You-Team half ich anderen Nutzern bei Fragen rund um Knuddels. Hier ging es vor allem um direkten Support: zuhören, einordnen, erklären und möglichst verständlich weiterhelfen.

07.02.2010–21.10.2010

Bugs-Team

Im parallel laufenden Bugs-Team war die Aufgabe eine ganz andere: gemeldete Fehler nachvollziehen, reproduzieren, eingrenzen und sauber im internen Bug-Tracking-System – kurz BTS – dokumentieren. Einen direkten Draht zu den Entwicklern hatte ich dabei nicht; die strukturierte Nachverfolgung lief über dieses System. Zum Aufgabenbereich gehörte damals auch die eigenständige englischsprachige Plattform knuddels.com für den amerikanischen Markt, die sich dort letztlich nicht dauerhaft durchsetzen konnte.

mehrere Zeiträume

Channelmoderator in „Ruhrpott“

Später war ich über mehrere Zeiträume als Channelmoderator im Channel „Ruhrpott“ aktiv. Wenn sich niemand für eine neue Wahl aufstellen ließ, lief das Amt teilweise einfach weiter. Deshalb zeigen die offiziell ausgewiesenen CM-Monate nicht meine komplette Zeit als Channelmoderator.

Moderation bedeutete auch: wissen, wann andere Spezialisten übernehmen müssen

Als Channelmoderator war ich nicht nur mit normalen Streitigkeiten oder Regelverstößen konfrontiert. Manche Aussagen und Situationen gehörten klar in Spezialbereiche anderer Teams. Dann war die Kommunikation mit diesen Teammitgliedern unverzichtbar. Gerade beim Thema Extremismus wurde mir schnell klar, wie groß und vielschichtig dieser Bereich eigentlich ist. Einen guten Einblick gibt das AntiExtremismus-Team. Weitere Hintergründe gibt es im Knuddels-Wiki und im Beitrag „Gegen Extremismus – für Toleranz und Akzeptanz“.

Knuddels blieb für mich aber nicht nur Support, Fehleranalyse und Moderation. Dort lernte ich auch meine spätere erste Ehefrau kennen. Nach vielen gemeinsamen Jahren heirateten wir; inzwischen sind wir geschieden. Auch deshalb ist diese Zeit für mich weit mehr als nur irgendein altes Internet-Hobby.

Kapitel 03 · Das erste große eigene Community-Projekt

Die Entstehung der OMSI-WebDisk

Im Simulationsbereich störte mich bei OMSI damals vor allem, dass ich mich für Modifikationen durch verschiedene Foren arbeiten musste. Eine zentrale Anlaufstelle zum Stöbern, Herunterladen und Austauschen fehlte. Die Planung und Konzeption der OMSI-WebDisk begann deshalb bereits im November 2012. Während der Entwicklung nahm ich Kontakt zu den beiden Entwicklern des Spiels, Marcel Kuhnt und Rüdiger Hülsmann von MR Software, auf.

Nach fast einem Jahr Planung, Aufbau und Entwicklung war die Plattform im Oktober 2013 praktisch startklar. Dann kam allerdings das Release von OMSI 2 mitsamt den notwendigen Bugfixes dazwischen; anschließend folgten Weihnachten und der Jahreswechsel. Währenddessen saß ich ziemlich auf heißen Kohlen, denn technisch war die WebDisk bereit und ich wollte endlich loslegen. Am 02. Januar 2014 kam schließlich die Freigabe und die Plattform durfte online gehen. Wer die frühen Eckdaten genauer nachlesen möchte, findet sie in der Timeline der OMSI-WebDisk.

Nach der Veröffentlichung wurde die WebDisk von den Nutzern ziemlich schnell überrannt. Seitdem waren immer wieder technische Upgrades nötig. Bis heute ist sie für viele OMSI-Spieler eine Anlaufstelle für Karten, Busse, Repaints, Mods und gegenseitigen Support – und für mich der Beweis, dass aus einem simplen „Das müsste es doch irgendwo zentral geben“ ein Projekt mit ziemlich langem Atem werden kann.

Kapitel 04 · Gaming vor der Kamera

Vom Community-Projekt zum Streaming

Meine Streaming-Reise begann am 26. Juni 2013 auf Twitch. Das älteste noch auffindbare Video ist meine Teilnahme am Deutschen XXL-Landstraßenkonvoi 2014. Richtig warm wurde ich mit Twitch damals allerdings nicht; zwischendurch probierte ich auch Hitbox.tv aus.

Ab November 2017 wurde YouTube meine eigentliche Gaming-Heimat. Dort sind inzwischen über 450 Veröffentlichungen zusammengekommen. Nach einer längeren ruhigeren Phase startete ich im März 2026 wieder regelmäßig durch. Seit Juli 2026 ist Twitch wieder aktiv mit dabei – nicht als Ersatz für YouTube, sondern parallel dazu.

Heute spiele ich das, worauf ich gemeinsam mit der Community Lust habe: Simulation, Racing, Koop, Horror, Story-Games und alles, was sonst gerade Spaß macht. TruckersMP ist ein fester Bestandteil, aber eben nicht das komplette Programm.

Kapitel 05 · TruckersMP

Vom Spieler zum Game Moderator

TruckersMP begleitet mich seit vielen Jahren. Registriert habe ich mich dort am 22.11.2014. Aus einem Multiplayer-Hobby wurde später ehrenamtliche Teamarbeit – zuerst als Übersetzer, später direkt in der Game Moderation.

  1. 22.11.2014PlayerRegistrierung bei TruckersMP
  2. 04/2019–05/2022TranslatorDeutsch ⇔ Englisch · Einstieg über eine Bewerbung
  3. 05/2022–12/2023Retired Team MemberRückzug aus persönlichen Gründen, um für einen nahestehenden Menschen da zu sein
  4. 28.09.2023Bewerbungfür das Game Moderation-Team
  5. 12/2023–01/2024Game Moderation TraineeEinstieg in die Game Moderation
  6. 01/2024–07/2024Report ModeratorBearbeitung von Meldungen im Web-Report-System
  7. seit 07/2024Game ModeratorFokus auf In-Game-Meldungen & Live-Moderation

Was hinter „Game Moderator“ tatsächlich steckt

Als Game Moderator liegt mein Schwerpunkt heute direkt auf den Spielservern: In-Game-Meldungen bearbeiten, Situationen live beobachten und eingreifen, wenn gegen die offiziellen Regeln verstoßen wird. Während meiner Zeit als Report Moderator war dagegen das Web-Report-System mein eigentlicher Arbeitsbereich. Als Game Moderator kann ich dort weiterhin ergänzend tätig sein, es ist aber nicht mehr meine ausschließliche Aufgabe. Außerdem bearbeite ich Einsprüche / Appeals. Ein großer Teil dieser Arbeit findet bewusst hinter den Kulissen statt und ist für normale Spieler gar nicht sichtbar.

Bezahlt wird diese Arbeit nicht. Sie ist ehrenamtliche Community-Arbeit – und damit eigentlich ziemlich passend zu dem roten Faden, der sich schon seit meinen Knuddels-Zeiten durchzieht.

Kapitel 06 · 2022–04/2026

Zwischen Chaosjahr, Rückkehr und Neustart

Zwischen 2022 und dem Frühjahr 2026 war von mir nach außen deutlich weniger zu sehen. Dahinter steckte nicht der eine große Grund. In wenigen Jahren kamen einige ziemlich heftige private Einschnitte, eine neue gemeinsame Lebensphase, meine Rückkehr zu TruckersMP, später viel RP und am Ende ein kompletter Neustart zusammen.

Mai 2022: Plötzlich war TruckersMP völlig unwichtig

Am 24. Mai 2022 kam es bei Blaustein zu einem schweren Zusammenstoß zwischen einem Regionalzug und einem Schulbus. Der Bus hatte die Schulkinder vorher schon abgesetzt, sodass zum Zeitpunkt des Unfalls glücklicherweise keine Kinder mehr an Bord waren. Aber meine damalige Partnerin saß auf dem Weg zur Arbeit in genau diesem Zug.

Normalerweise telefonierten wir auf ihrem Arbeitsweg oft miteinander. Ausgerechnet an diesem Morgen einmal nicht. Für mich war schnell klar: TruckersMP kann warten. Ich verließ das aktive Team und wollte einfach für sie da sein. Mit TruckersMP selbst hatte mein Rückzug nichts zu tun – in diesem Moment war mir der Mensch, den ich liebte, wichtiger als irgendeine Teamrolle.

Juni 2022: Die Nachricht vom Tod meines Vaters

Am Abend des 19. Juni 2022 meldete sich die Nachbarin meines Vaters bei mir. Sie hatte die Polizei gerufen, weil aus seiner Wohnung ein ungewöhnlicher Geruch kam. Kurz darauf war klar, dass mein Vater dort verstorben war. In seiner Sterbeurkunde steht der 6. Juni 2022 als Todesdatum. Weil sich der tatsächliche Zeitpunkt nicht mehr genau feststellen ließ, war dieses Datum aber nur eine Schätzung.

Am 16. Juli ging ich gemeinsam mit meiner damaligen Partnerin noch einmal in seine Wohnung. Was ich dort sah und wahrnahm, werde ich wohl nie vergessen. Mehr möchte ich darüber hier bewusst nicht schreiben. Dieser Besuch hat mir nur noch einmal mit voller Wucht gezeigt: Mein Vater kommt nicht wieder.

Als ältester Sohn kümmerte ich mich anschließend gemeinsam mit meiner Schwester und meinem Onkel um das, was rund um Bestattung und Nachlass erledigt werden musste. Mein Vater wurde eingeäschert. Die Verstreuung seiner Asche in einem Wald in den Niederlanden organisierte später das Bestattungsinstitut. Für mich passte das zu ihm, weil Freiheit und Draußensein immer zu seinem Leben gehört hatten.

Meine Mutter war am 4. September 2019 verstorben. Nur wenige Stunden vorher war ich noch bei ihr im Krankenhaus gewesen. Als 2022 auch mein Vater starb, hatte ich damit innerhalb von nicht einmal drei Jahren beide Eltern verloren. Rückblickend war 2022 für mich deshalb ein echtes Chaosjahr: Eine neue Beziehung hatte gerade begonnen, dann kam der Zugunfall und nur wenige Wochen später der Tod meines Vaters. Gefühlt kam ständig das Nächste.

Sommer 2022: Aus Beziehung wurde gemeinsamer Alltag

Im Sommer 2022 zog meine damalige Partnerin bei mir ein. Bis dahin hatte sie noch keinen eigenen Haushalt außerhalb ihres Elternhauses geführt. Ich hatte damit schon deutlich mehr Erfahrung und wollte sie nicht einfach ins kalte Wasser werfen. Wir gingen das Stück für Stück an: mehr Eigenverantwortung, mehr Selbstständigkeit – und natürlich auch all die Pflichten, die zu einem eigenen Haushalt dazugehören.

Nach den Monaten davor war dieser normale gemeinsame Alltag für uns gleichzeitig auch ein Stück Normalität.

2023: Zurück ins Team

Im September 2023 gab es bei TruckersMP wieder Bewerbungen für die Game Moderation. Meine damalige Partnerin wusste, wie viel Spaß mir TruckersMP machte, und unterstützte mich dabei, diesen Weg wieder anzugehen. Ich bewarb mich, absolvierte die Schulungen als Game Moderation Trainee und wurde danach zunächst Report Moderator.

Die Arbeit im Hintergrund fraß allerdings deutlich mehr Zeit, als es von außen vielleicht aussah. Als meine Partnerin irgendwann sagte, dass sie sich dadurch zu kurz gekommen fühlte, nahm ich meine Aktivität wieder zurück. Genau da liegt für mich der Unterschied zu 2022: Damals zog ich mich wegen einer akuten Ausnahmesituation zurück. Später stellte ich dagegen immer öfter Dinge hinten an, die mir selbst wichtig waren, damit unsere gemeinsame Zeit nicht zu kurz kam.

Juni 2008 – 24.04.2024
Charleen im März 2022 auf ihrem Kratzbaum Vergrößern
Charleen · März 2022

Charleen – meine „Mutti“

Charleen kam im Juni 2008 eher ungeplant zu mir. Freunde von mir lebten damals mit rund zehn Katzen. Charleen war dort völlig verstört, schottete sich ab und erledigte ihr Geschäft teilweise sogar im Kleiderschrank. Warum auch immer: Ich war irgendwie der Einzige, der einen Zugang zu ihr fand. Also nahm ich sie mit zu mir. Bei mir blühte sie auf und wurde über fast 16 Jahre zu einem festen Teil meines Lebens. Ich nannte sie liebevoll meine „Mutti“.

Am 24. April 2024 musste ich eine Entscheidung treffen, vor der ich mich am liebsten gedrückt hätte. Die Diagnose war ein offener Mammatumor am Bauch. Charleen war fast 16 Jahre alt, und es war nicht klar, ob der Tumor bereits gestreut hatte. Eine weitere Behandlung hätte für sie vor allem noch mehr Belastung bedeutet. Ich wollte sie nicht weiter quälen. Also ließ ich sie schweren Herzens einschläfern.

Und bei allem, was später zwischen meiner damaligen Partnerin und mir passiert ist: In genau diesen Tagen war sie für mich da. Sie half mir, Charleen gehen zu lassen, und fing mich auf, als es mir richtig schlecht ging. Dafür bin ich ihr bis heute ehrlich dankbar. Was später zwischen uns passiert ist, macht das nicht weniger wert.

Frühjahr 2025: LuckyV – am Anfang einfach gemeinsamer Spaß

Im Frühjahr 2025 kam LuckyV dazu. Anfangs war das für mich einfach ein gemeinsames Hobby: zusammen ins RP gehen, Geschichten erleben und einen schönen Abend haben. Mit der Zeit nahm das RP in unserem Alltag aber immer mehr Raum ein. Ich merkte irgendwann, dass ich selbst oft auch deshalb online ging, weil ich sonst das Gefühl hatte, gemeinsame Zeit zu verlieren.

Damit veränderte sich für mich etwas Grundlegendes. Aus „Komm, wir gehen ein bisschen ins RP“ wurde immer häufiger das Gefühl: „Wir müssen ins RP.“ Eigene Projekte, Streaming, andere Spiele und auch TruckersMP bekamen oft nur noch die Zeit, die irgendwo dazwischen übrig blieb.

Als mir auch mein eigenes RP keinen Spaß mehr machte

Bevor ich zur Staatsanwaltschaft wechselte, war ich bei unserem Security-Unternehmen „Lock & Load“ in der Personalabteilung. Meine damalige Partnerin hatte dort eine leitende Rolle und war im RP damit auch meine Vorgesetzte. Ich hatte aber immer öfter das Gefühl, nur das fünfte Rad am Wagen zu sein. Also verließ ich L&L und suchte mir mit der Staatsanwaltschaft bewusst eine neue Richtung, die mir wieder mehr Spaß machte.

Dort begann ich die Ausbildung zum Staatsanwalt. Weil LuckyV auf Langzeit-RP ausgelegt war, war diese Ausbildung auf Monate angelegt – ich war also noch angehender Staatsanwalt. Später geriet mein Charakter in eine Situation, in der er wegen möglicher weiterer Angriffe immer stärker auf den Schutz der Marshals angewiesen war. Ich konnte mit meinem Charakter irgendwann kaum noch etwas machen, ohne dass die Marshals eine Rolle spielten.

Schon auf einem früheren RP-Server hatte ich gemerkt, dass Beziehungs-RP mit anderen Personen bei mir Eifersucht auslösen und auch unseren echten Alltag belasten kann. Deshalb hatte ich offen gesagt, dass ich damit nicht gut klarkomme, weil daraus bei uns schnell Streit entstehen konnte. Als dieses Thema später wieder zwischen uns auftauchte, wurde das RP für mich immer mehr zu Dauerstress. Am Ende war der Spaß schlicht weg – und ich zog mich vom Server zurück.

Ende 2025: Irgendwann wurde alles zu viel

Ende 2025 kam privat noch einiges dazu und ich merkte, wie sehr mich das alles inzwischen mitnahm. Nicht alles davon gehört auf eine öffentliche Website, weil es eben nicht nur meine eigene Geschichte betrifft. Für mich war es trotzdem eine richtig schwere Zeit. Ich machte mir ständig Gedanken, versuchte Dinge zusammenzuhalten und hatte immer weniger Momente, in denen ich einfach mal abschalten konnte.

Und ausgerechnet das RP, das eigentlich Spaß und Ausgleich sein sollte, machte es für mich eher schlimmer als besser. Es hing immer stärker mit Dingen zusammen, über die ich sowieso schon ständig nachdachte. Irgendwann merkte ich einfach: So tut mir das nicht mehr gut.

Ende Februar 2026: Abstand – aber keine Antworten

Ende Februar sagte meine damalige Partnerin, dass sie Abstand brauche, und ging. Gleichzeitig wurde mir gegenüber aber nicht klar gesagt, dass unsere Beziehung damit beendet sei. Für mich begann dadurch ein ziemlich schlimmer Schwebezustand.

Ich versuchte den Kontakt zu halten, schrieb immer wieder und hoffte auf irgendeine Erklärung. Auf vieles bekam ich keine Antwort. Meine Gedanken kreisten pausenlos darum, was eigentlich los war, ob wir überhaupt noch zusammen waren und wie es weitergehen sollte.

Natürlich machte ich in dieser Zeit auch Fehler. Ich dachte viel zu viel nach, suchte nach Erklärungen und kam mit dieser Unsicherheit immer schlechter klar. Je länger das dauerte, desto mehr fühlte sich der angekündigte Abstand für mich wie eine Trennung an – obwohl sie damals nicht klar so ausgesprochen worden war.

Dazu kam bei mir zunehmend das Gefühl, dass Dinge, die ich eigentlich als privat zwischen uns angesehen hatte, nicht mehr nur zwischen uns blieben. Das beschädigte mein Vertrauen zusätzlich. Mehr möchte ich über diesen Teil bewusst nicht öffentlich ausbreiten.

17.–18.04.2026

Hoffnung – und dann der komplette Bruch

Am 17. April meldete sich meine damalige Partnerin plötzlich wieder. Bei mir kam es so an, als wolle sie zurückkommen, bleiben und endlich mit mir reden. Sie fragte mich unter anderem, was sie am nächsten Tag kochen könne, weil ich am 18. April arbeiten musste. Nach den Wochen davor löste das bei mir natürlich sofort Hoffnung aus.

Für mich war die Botschaft in diesem Moment ziemlich eindeutig: Sie kommt zurück. Wir reden miteinander. Vielleicht bekommen wir das doch noch irgendwie hin.

Am nächsten Morgen kam sie tatsächlich zu mir. Ich machte ihr die Tür auf und musste anschließend zur Arbeit. Während ich arbeitete, fragte sie mich nach Dingen in der Wohnung und schrieb sinngemäß, dass sie Kartons auspacken und Sachen wieder zurücklegen wolle. Also dachte ich: Okay. Sie ist wirklich wieder da.

Dann meldete sich plötzlich meine Nachbarin bei mir und sagte mir, dass Sachen aus meiner Wohnung getragen würden. In diesem Moment ist mir einfach der Boden unter den Füßen weggezogen worden. Das, was ich am Morgen verstanden und erwartet hatte, passte überhaupt nicht zu dem, was mir gerade beschrieben wurde.

Ich machte früher Feierabend und fuhr nach Hause. Dort wurde mir sehr schnell klar, dass dieser Tag völlig anders enden würde, als ich noch wenige Stunden vorher gedacht hatte. Die Situation war für mich so belastend, dass ich irgendwann zu meiner Nachbarin rüberging, weil ich einfach rausmusste.

Am Abend stand ich dann in dem weitgehend ausgeräumten Zimmer. Nach sechs Wochen voller Fragen hatte ich morgens noch gedacht, vielleicht könnten wir endlich miteinander reden und irgendetwas retten. Wenige Stunden später stand ich dort und dachte eigentlich nur noch: Was zur Hölle ist heute passiert?

Warum ich meiner Community später davon erzählt habe

Ich habe später auch im YouTube-Livestream offen darüber gesprochen und gezeigt, wie das Zimmer danach aussah. Das hatte für mich einen einfachen Grund: Meine Community hatte über Jahre mitbekommen, dass von mir immer weniger zu sehen war und dass ich vieles, was mir selbst wichtig war, immer wieder hintenangestellt hatte.

Deshalb wollte ich danach nicht einfach so tun, als wäre nichts gewesen. Ich wollte verständlich machen, warum mich dieser Bruch so getroffen hatte und weshalb sich bei mir danach so vieles verändern musste.

Dabei geht es mir nicht darum, öffentlich darüber zu entscheiden, wer in dieser Beziehung der Gute oder der Böse war. Ich kann nur erzählen, was ich selbst erlebt habe, wie es bei mir angekommen ist und was es mit mir gemacht hat.

Der eigentliche Neustart

Darum war mein Neustart 2026 auch nicht einfach nur: Kamera an. Stream starten. Fertig.

Ich musste erst wieder lernen, meine eigenen Projekte, meine Community und die Dinge, die mir Spaß machen, ganz selbstverständlich wichtig zu nehmen – und sie nicht jedes Mal als Erstes hintenanzustellen, sobald irgendwo anders mehr Raum gebraucht wurde.

Kapitel 07 · Heute

Streams sind nur ein Teil

„Wörki“ ist für mich heute längst mehr als nur Gaming. Neben Streams und Musik entwickle und betreibe ich verschiedene Web- und Community-Projekte. Vieles davon entsteht aus demselben Reflex wie früher: Wenn mir etwas fehlt oder unnötig umständlich vorkommt, will ich wissen, ob ich es nicht besser bauen kann.

Deshalb passt „Gaming etwas anders“ für mich ziemlich gut. Das Spielen ist der gemeinsame Nenner – drumherum gehören Community, Technik, Entwicklung, Musik und eine gute Portion Neugier aber genauso dazu.